9. Januar 2017

Tentpegging Germany in South Africa 03

Rasanter Reitsport unter der Sonne Afrikas

Deutsches Tentpegging-Team tritt in Südafrika an – Erfolge auch in den Niederlanden – Reiter aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen waren begeisterte Mitglieder des deutschen Nationalteams

Wer hierzulande über Reitsport spricht, denkt üblicherweise an Dressur- oder Springreiten. Eine in Deutschland bisher eher unbekannte Sparte des Pferdesports ist das Tentpegging. Je nach Disziplin reitet man dabei im Jagdgalopp bewaffnet mit Säbel oder Lanze auf sogenannte Pegs (deutsch: Zeltpflöcke), Ringe oder Orangen und versucht, diese aufzuspießen oder zu zerteilen. Der aus dem Militär entstandene Turniersport erfordert höchste Konzentration, einen sicheren Sitz, eine solide Auge-Hand-Koordination und gute Nerven von Pferd und Reiter. Der Sport ist nach wie vor insbesondere in seinen Herkunftsländern im Nahen und Mittleren Osten sowie in den Commonwealth-Staaten populär, hat aber in den letzten Jahren auch in Europa immer mehr Anhänger gefunden. In Deutschland zählt Tentpegging aktuell etwa 50 Aktive. Eine Gruppe abenteuerlustiger und reisebegeisterter Reiterinnen und Reiter nimmt seit 2013 regelmäßig als deutsches Nationalteam an internationalen Tentpegging-Meisterschaften teil. Im vergangenen Jahr waren sie unter anderem auf Turnieren in Norwegen und Pakistan am Start.

Wettkampf auf höchstem Niveau bei den südafrikanischen Meisterschaften

Einen Höhepunkt der bisherigen Wettkampferfahrungen stellte die Teilnahme des deutschen Teams an den südafrikanischen Meisterschaften Ende 2016 dar. Südafrika ist eine der bedeutendsten Tentpegging-Nationen weltweit. Nicht nur ist das südafrikanische Team das global erfolgreichste mit Treppchenplatzierungen bei jeder bisherigen Tentpegging-Weltmeisterschaft; das Land zählt auch international die meisten Tentpegging-Vereine. Insofern war es eine umso größere Ehre, dass das deutsche Team Gelegenheit hatte, eingangs eine Woche mit dem südafrikanischen Nationaltrainer zu üben, bevor es in die hochkarätigen Wettkämpfe ging. Hier standen zunächst die Südafrikanischen Provinzmeisterschaften an. Dabei kämpfen Damen- und Herrenequipen aus allen südafrikanischen Bundesländern um den Titel des besten Provinzteams. Das gemischte deutsche Team startete außer Konkurrenz, konnte sich aber überzeugend im harten Wettbewerb behaupten. Die darauffolgenden Meis-terschaften der südafrikanischen Vereine dienten vor allem dazu, die besten Reiterinnen und Reiter für die südafrikanischen Nationalmannschaften der Damen und Herren festzustellen. Auch hier erwarb sich das deutsche Team die Anerkennung der strengen Südafrikaner. Den Abschluss der deutschen Südafrikareise bildete schließlich ein internationales Turnier zwischen den Nationalteams aus Südafrika und Deutschland sowie Saudi-Arabien. Hier schlug sich das deutsche Team mit vier Silber- und drei Goldmedaillen hervorragend. „Wir freuen uns, dass der südafrikanische Tentpegging-Verband unsere Bemühungen, den Sport in Deutschland zu etablieren, mit dieser besonderen Einladung gewürdigt hat. Sich in solch einem starken Feld zu behaupten war für uns eine wertvolle Erfahrung und motiviert uns außerordentlich für die kommende internationale Saison“, so Teamkapitän Christian Dietzel abschließend.

Erfolge auf zwei Kontinenten

Während ein deutsches Team in der glühenden Hitze Südafrikas unterwegs war, startete ein anderes zeitgleich etwa 10.000 Kilometer entfernt bei der jährlichen Niederländischen Internationalen Meisterschaft in Muiderberg bei Amsterdam. Um beide Mannschaften gleichwertig aufstellen zu können, reiste einer der Reiter sogar mit einem Übernachtflug direkt aus Johannesburg in die Niederlande. Dort traten die Deutschen gegen Teams aus England und den Niederlanden an und konnten sich zwei Silbermedaillen und drei Bronzemedaillen sichern. Erfolgreich war vor allem Jenny Horvath aus dem hessischen Eschborn, die alle drei Bronzemedaillen erritt und an beiden Silbermedaillen beteiligt war.